Schweizer Gesundheitssystem: Teuer, intransparent – und vermeidbare Fehler gefährden Patienten. Es ist Zeit zu handeln!
Unser Gesundheitssystem ist das teuerste Europas – doch was erhalten Patientinnen und Patienten dafür? Ein aktueller Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Bericht deckt auf: Fehlende Transparenz, vermeidbare Spitalfehler und intransparente Qualitätsstandards gefährden jährlich tausende Menschen. Die Politik muss jetzt handeln, um das System nicht nur kostengünstiger, sondern vor allem sicherer zu machen.
Die Probleme im Überblick:
- Keine vergleichbare Qualitätsbewertung: – Es gibt kein einheitliches Bewertungssystem für Schweizer Spitäler. – Patienten sind auf Empfehlungen von Hausärzten angewiesen, können diese aber kaum hinterfragen. – Nur 4 Kantone regeln Mindestfallzahlen für bestimmte Operationen – dabei senken höhere Fallzahlen nachweislich die Fehlerquote.
- Intransparenz und fehlende Konsequenzen: – 90.000 geschädigte Patienten pro Jahr, 2.500 Todesfälle, Kosten von 750 Millionen Franken – und dennoch: – Kein zentrales Register für Behandlungsfehler. – Viele Spitäler leisten keine Entschädigungen, selbst bei eingestandenen Fehlern. – Betroffene scheitern oft an finanziellen oder rechtlichen Hürden.
- Flickenteppich statt Lösungen: – Einzelne Spitäler und Krankenkassen (z. B. Concordia) sammeln Daten – aber keine zentrale, vergleichbare Übersicht. – Qualitätslisten existieren, basieren aber auf unzureichenden Daten und helfen Patienten kaum.
Lösungsansätze: Daten, KI und politischer Wille
- Zentrale Datentransparenz schaffen: – Eine nationale Plattform unter Obhut des Bundesamt für Gesundheit BAG, die Daten von Kantonen, Krankenkassen, Spitälern und Rückversicherern zusammenführt. – PROMs (Patient-Reported Outcome Measures) verpflichtend einführen – wie in anderen Ländern bereits geschehen.
- KI als Gamechanger nutzen: – #KI-basierte Tools könnten Patienten empowern: Diagnose-Eingabe → automatisiertes „Deep Research“ → transparente Spitalempfehlung. – Voraussetzung: Zugriff auf aggregierte Daten aller Akteure – anonymisiert, aber aussagekräftig.
- Politische Forderungen: – Mindestfallzahlen für alle Kantone und kritische Eingriffe. – Fehlerregister mit verpflichtender Meldung. – Gesundheitsrechtsschutz ausbauen, um Patienten rechtlich zu stärken. – Finanzielle Anreize für Spitäler mit nachweisbar hoher Qualität.
Appell an Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen:
Die Schweiz hat das Know-how, die finanziellen Mittel und die technologischen Möglichkeiten, um hier Vorreiter zu werden – doch es fehlt am Willen zur Zusammenarbeit. Wir brauchen:
- Eine Taskforce aus Politik, Ärzten, Datenwissenschaftlern und Ethikern, die verbindliche Qualitätsstandards erarbeitet.
- Investitionen in KI-gestützte Präventions- und Analysetools, die Fehlerquoten senken.
- Mut zur vollständigen Datentransparenz – im Einklang mit dem Datenschutz, aber im Interesse der Patientensicherheit.
Nur so entlasten wir das System langfristig – und retten Leben.
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